Von China nach Chemnitz: Chinesische Künstlerin zu Gast in Europas Kulturhauptstadt

Die Kulturstiftung und das Goethe-Institut China initiieren einen künstlerischen Austausch zwischen China und Sachsen. Die erste Gastkünstlerin in Chemnitz ist Xiaoyue Pu. Aus Sachsen reist der Bildhauer Johannes Makolies nach Peking. Auch das Austauschprogramm mit dem Greater Columbus Arts Council in den USA wird fortgesetzt.

Eine Gruppe von Menschen steht auf dem Bürgersteig vor einem Altbau mit Backsteinfassade und blauen unteren Wänden. Durch ein großes Schaufenster beobachten sie eine künstlerische Performance, bei der zwei Personen mit Projektionen und Lichtinstallationen agieren.

Seit 2012 reisen jedes Jahr sächsische Künstlerinnen und Künstler mit der Unterstützung der Kulturstiftung nach China und verbringen am Goethe-Institut China in Peking einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt. Nun wurde das Programm erstmals zu einem bilateralen Austauschprogramm erweitert. Im Frühjahr konnten sich chinesische Künstlerinnen und Künstler beim Goethe-Institut um einen dreimonatigen Aufenthalt am Klub Solitaer e.V. in Chemnitz bewerben. Aus knapp 30 Bewerbungen wurde nun die Künstlerin Xiaoyue Pu aus Peking für das Stipendium nominiert. Sie wird von August bis Oktober in Chemnitz zu Gast sein. Im Rahmen ihrer künstlerischen Arbeit, in der sie vorrangig auf Fotografie und Text zurückgreift, will sie sich auf die Spuren der textilen Industriegeschichte der Region begeben. 

Aus Sachsen wird zeitgleich der Dresdner Bildhauer Johannes Makolies nach Peking reisen. Er will sich vor Ort mit der Architektur und Stadtentwicklung Pekings sowie im Speziellen mit der Popularität und Ästhetik von Beton beschäftigen. 

„Im Koalitionsvertrag der sächsischen Staatsregierung wird die Bedeutung des internationalen Kulturaustauschs hervorgehoben. Die Kulturstiftung ist stolz, hierzu mit einer neuen Initiative einen Beitrag zu leisten“, so Stiftungsdirektor Prof. Dr. Manuel Frey.

Der Leiter des Goethe-Instituts China Robin Mallick fügt hinzu: „Diese erstmalige Residenz für eine chinesische Künstlerin in Europas diesjähriger Kulturhauptstadt ist eine großartige Gelegenheit für ein gegenseitiges Ken-nenlernen von künstlerischen Arbeitsformen und urbanen Lebensrealitäten.“

Auch das langjährige Austauschprogramm mit dem Greater Columbus Arts Council in Columbus, Ohio in den USA wird fortgesetzt. Bereits Anfang Mai wird die amerikanische Künstlerin Lydia Smith nach Dresden kommen und in die sächsische Kunstszene eintauchen. Ihr folgt im Sommer die Modedesignerin Joan Madison. Betreut werden die beiden Künstlerinnen in Dresden durch das Kunsthaus Raskolnikow, das das Programm bereits seit mehr als 30 Jahren begleitet. Aus Sachsen werden sich die Musikerin Laura Hempel und der Konzeptkünstler Martin Höfer für jeweils drei Monate auf den Weg in die USA machen, um vor Ort ihre künstlerischen Projekte zu realisieren.

 

Hintergrund

Die Kulturstiftung kooperiert im Rahmen ihrer Stipendienförderung mit einer Vielzahl internationaler Partnerinstitutionen weltweit. Jährlich vergibt sie mehrere Arbeitsaufenthalte an sächsische Künstlerinnen und Künstler mit dem Ziel, deren künstlerisches Schaffen und Vernetzung zu fördern. Darüber hinaus agiert die Kulturstiftung auch als Gastgeberin für internationale Künstlerinnen und Künstler, die im Rahmen von Kooperations- und Austauschprogrammen einen Arbeitsaufenthalt im Freistaat Sachsen verbringen.

Der Klub Solitaer e.V. in Chemnitz betreut die Stipendiaten vor Ort, organisiert geeignete Arbeitsmöglichkeiten und die Unterbringung. Als fest verankerter Kulturakteur in der Stadt entwickelt der Verein vielfältige Angebote an der Schnittstelle von Technologie, Kunst und Kultur, die den künstlerischen Dialog nachhaltig fördern.

Das Goethe-Institut China wurde 1988 in Peking als erstes ausländisches Kulturzentrum in China gegründet. Seither widmet es sich der Förderung der deutschen Sprache in China und engagiert sich gemeinsam mit seinen chinesischen Partnern für den Ausbau des chinesisch-deutschen Kulturaustausches und der Kooperation in verschiedenen kulturellen Bereichen wie Musik, Tanz, Theater, Film, Bildende Kunst und Architektur.

Das Kunsthaus Raskolnikow in Dresden ist ein nicht-kommerzieller Kunstraum mit dem Fokus auf zeitgenössische Kunst - sowohl national als auch international. Der Verein betreut die US-amerikanischen Stipendiatinnen und Stipendiaten, organisiert ein geeignetes Atelier und die Unterbringung.


Weiterführende Informationen

Link zu den internationalen Programmen der KdFS
Links zu den genannten Künstlern: Xiaoyue Pu I Johannes Makolies I Laura Liebeskind I Martin Höfer
 


Pressekontakt

Alexandra Meißner
Referentin Programmförderung und Kommunikation
T: +49 (0)351 - 88 48 015 / +49 (0)162 -20 74 952
M: alexandra.meissner(at)kdfs.de

 

Medieninformation als PDF-Download