Seit 2009 bietet die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gemeinsam mit dem Goethe-Institut e.V. und der Alfred Toepfer Stiftung F.S.V. professionellen Übersetzerinnen und Übersetzern aus dem Ausland ein Arbeitsstipendium in Deutschland an. Das Stipendium gibt ihnen die Möglichkeit, sich in ruhiger, konzentrierter Atmosphäre der Arbeit an einem aktuellen Projekt aus dem Bereich der deutschsprachigen Belletristik zu widmen.

Programmprofil

Das Residenzprogramm richtet sich an internationale Übersetzerinnen und Übersetzer zeitgenössischer deutschsprachiger Belletristik. Insbesondere Übersetzerinnen und Übersetzer aus Mittel- und Osteuropa sind eingeladen, sich zu bewerben. Ziel des Aufenthaltes ist es, sich in ruhiger, konzentrierter Atmosphäre der Arbeit an einem aktuellen Projekt zu widmen. Während des vier- bis achtwöchigen Aufenthaltes in Deutschland dienen die Stiftungshäuser der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in Dresden Hellerau und der Alfred Toepfer Stiftung auf Gut Siggen an der Ostsee als Wohn- und Arbeitsstätte. Für den den Aufenthalt in Dresden werden jährlich bis zu vier Stipendienplätze vergeben. Während ihres Aufenthaltes erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten durch das Goethe Institut eine einmalige Stipendienrate in Höhe von 1.500 Euro und zudem einen Zuschuss zu den Verpflegungskosten in Höhe von 250 Euro. Die Reisekosten werden von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen getragen.

Die Stipendiatenwohnung

Die Übersetzerinnen und Übersetzer sind in einer ca. 50qm großen Wohnung im ersten Stock eines um 1910 erbauten und 1996 komplett renovierten Sommerhauses untergebracht. Die Wohnung befindet sich in einem der Häuser der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen auf dem Gelände des Festspielhauses in der Gartenstadt Dresden Hellerau. Die Wohnung verfügt über ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche und ein Bad. Auch der Garten hinter dem Haus kann genutzt werden. Internet ist vorhanden und ein Kopierer kann im Büro der Kulturstiftung mitbenutzt werden.

Arbeiten in Dresden Hellerau

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden durch das Team der Kulturstiftung betreut. Durch die ruhige Lage in Dresden Hellerau ergibt sich eine entspannte Arbeitsatmosphäre. Als Universitätsstadt verfügt Dresden über zahlreiche öffentliche Bibliotheken, die von den Übersetzerinnen und Übersetzern für ihre Arbeit genutzt werden können. Die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek ist mit ca. 8,6 Millionen Einheiten eine der größten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands. Mit der Straßenbahn ist man schnell im Zentrum Dresdens, wo die Stadt kennengelernt und die vielfältigen kulturellen Angebote genutzt werden können.

Auszüge aus dem Gästebuch

"Ihr habt mir beste Bedingungen zum Übersetzen angeboten - für eine sorgfältige Arbeit, aber auch für eine spannende Entdeckungsreise. Der Übersetzer schlüpft ja gern in andere Welten, Körper und Gefühle. Übersetzer stehen nie im Rampenlicht, oft werden sie übersehen, aber sie vermitteln zwischen den Kulturen und machen die Weltliteratur möglich. Deshalb sind solche Förderungsprogramme für Übersetzer besonders wichtig."

Gergana Fyrkova, Bulgarien

"Ich bin fest davon überzeugt, dass einem Übersetzer, der sich mit einem derartigen Projekt befasst wie ich, nichts besseres passieren kann, als ein langer Aufenthalt bei Euch. Die Arbeitsbedingungen und das Milieu waren ohne Übertreibung ideal, und für mich bedeutet auch Eure Bekanntschaft sehr viel. Ihr werdet mir fehlen. Es war sehr inspirierend, hier zu sein, die Kultur und die Natur in und um Dresden zu genießen. Es war ein einmaliges Erlebnis, wofür ich Euch allen danke."

Lászlo Györi, Ungarn

Stipendiaten

2019

KDFS

2019

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben
Dinu-Andrei Anastasescu Rumänisch-Deutsch Rumänien Christian Kracht, "Die Toten"
Ziville Gapsiene Litauisch-Deutsch Litauen Marion Poschmann, "Die Kieferninseln"
Lorel Manzano Spanisch-Deutsch Mexiko Felicitas Hoppe, "Johanna"
Imanol Monastario Spanisch-Deutsch Katalonien Patrick Eiden-Offe, "Die Poesie der Klasse"

2018

KDFS

2018

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben    
Daria Biagi Italienisch-Deutsch Italien Dana Grigorcea, "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit"    
Jonathan Blower Englisch-Deutsch Großbritannien C. D. Friedrich, "The collected letters, commentaries and aphorisms"    
Irina Ivakina Russisch-Deutsch Russland Peter Weiß, "Hölderlin"    
Roskolana Sviato Russisch-Deutsch Ukraine Anonyma / Marta Hillers, "Eine Frau in Berlin"    
Katarina Széherová Slowakisch-Deutsch Slowakei Ingo Schulze, "Peter Holz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst"    

2017

KDFS

2017

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben    
Seong Man Choi Koreanisch-Deutsch Republic of Korea Ruth Klüger, "weiter leben. Eine Jugend"    
Regaip Minareci Türkisch-Deutsch Türkei Karen Köhler, "Wir haben Raketen geangelt"    
Ewa Szymani Polnisch-Deutsch Polen Übersetzung ausgewählter Erzählungen von Utz Rachowski    

2016

KDFS

2016

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben      
José Anibal Campos González Spanisch-Deutsch Österreich/Spanien Thomas Podhostnik, "Der falsche Deutsche" / Gedichtanthologie sächsischer Lyriker      
Namita Khare Hindi-Deutsch Indien Die besten deutschen Gedichte. Ausgewählt von Marcel Reich-Ranicki.      
Urszula Poprawska Polnisch-Deutsch Polen Nino Haratischwilli, "Das Achte Leben"      
Gonzalo Vélez Spanisch-Deutsch Mexico Deutsche Lyrik der Gegenwart / Gedichte von Durs Grünbein, Jan Wagner, Kathrin Schmidt, Marcel Beyer, Marion Poschmann, Monika Rinck, Volker Sielaff      

2015

KDFS

2015

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben    
Sdravka Evstatieva Bulgarisch-Deutsch Bulgarien Erich Kästner, "Der Gang vor die Hunde"    
László Györi Ungarisch-Deutsch Ungarn Lutz Seiler, "Kruso"    
Ewa Mikulska-Frindo Polnisch-Deutsch Polen Preisträgerin Übersetzer-Wettbewerb    
Tatiana Zborovskaya Russisch-Deutsch Russland Boris Groys, "Über das Neue"    

2014

KDFS

2014

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben    
Isabella Amico di Meane Italienisch-Deutsch Italien Kathrin Schrock, "Freak City"; R. Eichinger, "Alles dreht sich"    
Gergana Fyrkova Bulgarisch-Deutsch Bulgarien Marion Poschmann, "Die Sonnen position"    
Mahmoud Hosseini Zad Persisch - Deutsch Iran Arno Geiger, "Der alte König in seinem Exil"    
Ayca Sabuncuoglu Türkisch-Deutsch Türkei Uwe Timm, "Vogelweide"    

2013

KDFS

2013

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben
Juan Andrés Garcia Roman Spanisch-Deutsch Spanien U. Sandig, N. Breitge, J. Wagner, U. Wolf - ausgewählte Gedichte
Hala Ghoneim Arabisch-Deutsch Ägypten Lutz Seiler, "Die Zeitwaage"
Jitka Nesporova Tschechisch-Deutsch Tschechische Republik Vera Kaiser, "Blasmusikpop"
Jonathan Nieraad Hebräisch-Deutsch Israel Franz Kafka, "Briefe an Milena"

2012

KDFS

2012

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben
Claudia Cabrera Spanisch-Deutsch Mexiko Stefan Kiesbye, "Hemmersmoor"
Richard Gross Spanisch-Deutsch Österreich/Spanien Eugen Ruge, "In Zeiten des abnehmenden Lichts"
Nelia Vakhovska Ukrainisch/Russisch-Deutsch Ukraine Arno Schmidt, "Leviathan, Seelandschaft mit Pocahontas"
Ryszard Wojnakowski Polnisch-Deutsch Polen Erich Maria Emarque, "Der Weg zurück"

2011

KDFS

2011

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben
Mirsali Akbarov Usbekisch-Deutsch Usbekistan Günter Grass, "Die Blechtrommel"
Nicolás Gelormini Lezama Argentinisch-Deutsch Argentinien Andreas Meier, "Das Zimmer"
Andy Jelcic Kroatisch-Deutsch Kroatien W. G. Sebald, "Schwindel.Gefühle"
Alexandra Pavlou Griechisch-Deutsch Griechenland Martin Suter, "lila, lila"
Tanja Petric Slowenisch-Deutsch Slowenien Mario Wirz, "Es ist spät, ich kann nicht atmen"

2010

KDFS

2010

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben
José Anibal Campos González Spanisch-Deutsch Spanien Karl Schlögel, "Terror und Traum. Moskau 1937"
Aimée Deblanc Schwedisch-Deutsch Schweden Uwe Tellkamp, "Der Turm"
Roman Eiwadis Russisch-Deutsch Russland Bernhard Schlink, "Selbs Justiz"
Jana Zoubková Tschechisch-Deutsch Tschechische Republik Maxim Biller, "Land der Väter und Verräter"

2009

KDFS

2009

Name Sprachen Land Arbeitsvorhaben
Tali Konas Hebräisch-Deutsch Israel/Deutschland Jenny Erpenbeck, "Heimsuchung"

Weitere Residenzstipendien der Kulturstiftung