In Kooperation mit den Goethe-Instituten in Peking und Hanoi schreibt die Kulturstiftung jährlich zwei dreimonatige Stipendien für Bildende Künstlerinnen und Künstler aus. Ziel der beiden Residenzprogramme ist der Ausbau des künstlerischen und kulturellen Austauschs mit Vietnam und China.

Programmprofil

Den Stipendiatinnen und Stipendiaten sollen die Residenzprogramme in China und Vietnam die Möglichkeit eröffnen, sich mit Kunst und Kultur des jeweiligen Landes auseinanderzusetzen, Kontakte aufzubauen und Impulse in die Kunstszene vor Ort einzubringen. Die Stipendien umfassen eine monatliche Stipendienrate in Höhe von 1.100 Euro. Zudem werden die Kosten für Unterkunft, Atelier sowie Hin- und Rückflug übernommen. Im Rahmen des Vietnam-Stipendiums werden zusätzlich drei Inlandsflüge erstattet. Die Antragstellung für das Residenzstipendium erfolgt über das allgemeine Stipendienantragsverfahren mit dem Antragsschluss 1. Juli für ein Stipendium im Folgejahr. Alle Informationen zur Antragstellung können hier nachgelesen werden.

Arbeiten in Hanoi

Der Zeitraum des Stipendiums umfasst die Monate September bis November. Der Aufenthalt ist in zwei Phasen unterteilt: In den ersten beiden Monaten steht die Arbeit an dem mit der Bewerbung eingereichten Projektvorhaben im Vordergrund. Hierfür wird vor Ort ein Atelierplatz zur Verfügung gestellt. Im letzten Monat führt der oder die Stipendiat/in an den drei Kunsthochschulen in Hanoi, Hue und Saigon einwöchige Workshops und Performances mit jungen Künstlerinnen und Künstlern durch. Die dabei entstandenen Arbeiten werden im Anschluss an den Hochschulen präsentiert. Auf diese Weise entsteht während des Stipendiums neben den künstlerischen Begegnungen ein binationaler Austausch in Form eines Arbeitsprozesses, der in der gemeinsamen Reflexion und auch im Ergebnis nachhaltig sein wird.

Das Goethe-Institut Hanoi

Das Residenzprogramm in Hanoi wurde 2012 ins Leben gerufen und wird durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Vietnam einmal jährlich vergeben. Das Goethe-Institut übernimmt die Betreuung des Vietnam-Aufenthalts und die Organisation der drei Workshop-Wochen am Ende des Aufenthalts. Zudem vermittelt es Kontakte in die vietnamesische Kunstszene und versucht, Ausstellungsmöglichkeiten zu schaffen. Auch die Beantragung des Visums wird vom Goethe-Institut Hanoi begleitet.

Das Goethe-Institut Peking

Das Goethe-Institut Peking wurde 1988 als erstes ausländisches Kulturzentrum in China gegründet. Seither widmet es sich der Förderung der Deutschen Sprache in China und engagiert sich gemeinsam mit seinen chinesischen Partnern für den Ausbau des chinesisch-deutschen Kulturaustausches und der Kooperation in verschiedenen kulturellen Bereichen wie Musik, Tanz, Theater, Film, Bildende Kunst und Architektur. Das Goethe-Institut liegt in dem Pekinger Kunstquartier „798“. 798 war vormals Sitz einer staatseigenen Elektronikfabrik, deren Aufbau in den 1950er Jahren unter anderem durch das Entwurfsbüro für Industriebauten in Dessau (DDR) ausgeführt wurde. Der neue Raum des Goethe-Instituts wurde zwischen 1955 und 1957 von DDR-Architekten geplant und stellt somit ein frühes Joint-Venture zwischen den beiden Regierungen dar.

Arbeiten in Peking

Der Zeitraum des Stipendiums umfasst die Monate August bis Oktober. Der erste Monat des Aufenthalts ist für das Ankommen und Kennenlernen Pekings vorgesehen. Deshalb wird die ausgewählte Künstlerin/ der ausgewählte Künstler zunächst vier Wochen in einer Pekinger Stadtwohnung leben. In den beiden Folgemonaten steht die künstlerische Umsetzung des vorgeschlagenen Arbeitsvorhabens im Mittelpunkt. Hierfür wird der Stipendiatin/ dem Stipendiaten ein Atelier zum Wohnen und Arbeiten zur Verfügung gestellt. Das Goethe-Institut übernimmt die Betreuung des Peking-Aufenthalts und vermittelt Kontakte in die örtliche Kunstszene. Auch die Beantragung eines Visums wird durch das Goethe-Institut Peking begleitet.

Raum für neue Perspektiven

Das Goethe-Institut möchte mit seinen Residenzprogrammen einen Raum für neue Perspektiven eröffnen. Gerade im Zeitalter der Globalisierung ist es für Kulturschaffende besonders inspirierend, ihre Arbeiten in ganz spezifischen Orten zu verankern, und für eine Weile frei von ökonomischem Druck ihren Projekten nachzugehen und nachhaltige Arbeitskontakte aufzubauen oder zu vertiefen. Jedes Jahr bietet das Goethe-Institut China mit seinen Residenzprogrammen und ihren jeweils eigenen Schwerpunkten Kunst- und Kulturschaffenden aus Deutschland die Möglichkeit, für eine Zeit lang in China zu leben und zu arbeiten. Der Fokus des Residenzprogramms liegt nicht auf einer einmaligen Präsentation. Der Erfolg und die Bedeutung des Projekts zeigen sich im langfristigen Austausch und der nachhaltigen Kooperation zwischen den Künstler/innen.

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