Philip Boehm ist ein vielfach ausgezeichneter Übersetzer polnischer und deutscher Literatur. Zu seinen englischen Übersetzungen zählen Werke von Franz Kafka, Ingeborg Bachmann, Herta Müller und Hanna Krall. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Helen-und-Kurt-Wolff-Übersetzerpreis ausgezeichnet.
Neben seiner Tätigkeit als Übersetzer ist Philip Boehm als Autor und Regisseur im Theater aktiv. Er ist Mitbegründer des Upstream Theaters in St. Louis, das sich der Aufführung internationaler Dramatik widmet.
Seit Ende Juli ist er in Dresden und arbeitet hier an der Übersetzung von Christine Wunnickes Roman „Wachs“.
Zu seinem Stipendium in Hellerau schreibt Philip Boehm:
Diese Spätsommertage hier in Hellerau sind so schön… ich pendle zwischen Schreibtisch und Balkon, zwischen Paris im 18. Jahrhundert und der Haltestelle der Straßenbahnlinie 8, zwischen Mademoiselle Basseportes botanischer Malerei und der reichlichen Flora dieser Gartenstadt.
Vor allem genieße ich die Ruhe, die mir hier gewährt wird, und die es mir erlaubt, die Stimmen dieses erstaunlichen Buches herauszuhören, um sie dann in eine neue Tonart transponieren zu können.
Der Kulturstiftung und dem Goethe-Institut bin ich überaus dankbar für diese Gelegenheit. Außerdem möchte ich mich bei dem ganzen Team für den freundlichen Empfang sowie für all die großzügigen Tipps und hilfreichen Kontakte recht herzlich bedanken.
Wie Kafka (der auch Hellerau besuchte) einst an Milena Jesenská geschrieben hat: „es ist eben die Fremde hier, eine kleine Fremde zwar nur, aber es tut dem Herzen wohl.“
Seit 2009 bietet die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zusammen mit dem Goethe-Institut und der Alfred Toepfer Stiftung professionellen Übersetzerinnen und Übersetzern aus dem Ausland ein Arbeitsstipendium in Deutschland an. Es ermöglicht den Teilnehmern, sich in ruhiger, konzentrierter Atmosphäre der Arbeit an einem aktuellen Projekt aus dem Bereich der deutschsprachigen Belletristik zu widmen.
Mehr zum Übersetzerstipendium gibt es hier.
