Literatur-Übersetzer Jörn Lindskog zu Gast in Dresden-Hellerau

Im November und Dezember 2021 absolvierte Jörn Lindskog einen sechswöchigen Arbeitsaufenthalt in der Stipendiatenwohnung der Kulturstiftung.

Jörn Lindskog wurde in Stockholm geboren, lebt seit mehr als 25 Jahren in Berlin und ist seit über zwei Jahrzehnten als Übersetzer tätig. Er hat u.a. Werke von Uwe Timm, Siegfried Lenz, Sabine Gruber, Angelika Klüssendorf, Ralf Rothmann und Robert Seethaler übersetzt. Während seines Aufenthaltes in Dresden widmete er sich den schwedischen Übersetzungen von Uwe Timms Roman „Ikarien“ und „Bahnwärter Thiel“ von Gerhart Hauptmann.

Zum Abschied hat uns Jörn Lindskog ein paar sehr schöne Zeilen für unser digitales Gästebuch geschrieben:

"Nun sitze ich hier auf den letzten Drücker vor einem leeren Blatt Papier, und weiß nicht so recht, was ich schreiben soll. Eigentlich hätte ich viel früher anfangen können, mir Gedanken darüber zu machen. Aber da war ich damit beschäftigt, die schöne Zeit hier in Hellerau zu genießen, und das in Lockdown-Zeiten.

Dresden habe ich vorher kaum gekannt, und Hellerau überhaupt nicht, aber mein Aufenthalt hier in Hellerau wurde zu einer großen Bereicherung für mich. Ein paar von meinen geplanten Museumsbesuchen wurden mir leider verwehrt und auch meine Opernkarte konnte ich nicht benutzen (wegen der Corona-Lage), aber ich hatte immerhin die Möglichkeit, die Vermeer-Ausstellung (ein großes Erlebnis!) und das Käthe-Kollwitz-Haus zu besuchen (sehr spannend für einen, der sich gerade mit Gerhart Hauptmann beschäftigt). Aber vor allem habe ich viele neue Menschen hier bei der Kulturstiftung kennenlernen dürfen.

Am Tag nach meiner Ankunft habe ich den Rundgang im Festspielhaus mitmachen dürfen (auch dies sehr spannend), aber bevor es losging, habe ich im „Besucherzentrum“ meinen Hellerau-Schal entdeckt und gekauft: ein ganz besonderes Erinnerungsstück für einen fußballverrückten Literaten wie mich - nun gehöre ich zu den Hellerau-Ultras!

Ein paar Tage später habe ich dann den Trollmann-Ring hier auf dem Gelände wiedergefunden, ein in meinen Augen großartiges Kunstwerk, das mich schon vor Jahren, als ich es zum ersten Mal in Berlin gesehen habe, sehr beeindruckt hat. Seitdem habe ich öfters mal überlegt wo der Ring geblieben ist. Als ich ihn hier wiedergefunden habe mit meinem Schal um den Hals, wusste ich: hier bin ich richtig!

In diesem Sinne möchte ich mich ausdrücklich bei der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen, beim Goethe-Institut und bei allen Angestellten der Kulturstiftung bedanken: Vielen Dank!

Es war wirklich eine sehr schöne und bereichernde Zeit, es ist schön, dass es diese Möglichkeit für literarische Übersetzerinnen und Übersetzer gibt, Dresden zu besuchen. Und ich hoffe, dass viele von meinen Kolleginnen und Kollegen diese Chance noch bekommen und auch wahrnehmen!"