Einladung zur Lesung mit Elke Erb und Ulrike Feibig

In einer Doppelpremiere werden Elke Erb und Ulrike Feibig am Montag, 12. Dezember 2016, 19 Uhr, in der Sächsischen Akademie der Künste (Palaisplatz 3, 01097 Dresden) aus ihren aktuellen Bänden der Reihe Neue Lyrik lesen. Die erfolgreiche Lyrikreihe wurde von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2011 gegründet, die im Wechsel je ein lyrisches Debüt und Gedichte eines etablierten Lyrikers herausgibt (Poetenladen Verlag Leipzig). Die Lesung in der Sächsischen Akademie der Künste verkörpert das Prinzip der Reihe und gibt einen Einblick in die spannungsreiche Vielfalt heutiger Lyrik. Das Dichterinnenduo wird moderiert von den beiden Autoren und Mitherausgebern der Reihe Jayne-Ann Igel und Jan Kuhlbrodt.

»GEDICHTE UND KOMMENTARE«, der jüngst erschienene Band von Elke Erb in der Reihe Neue Lyrik, bringt Heinrich Detering ins Schwärmen (FAZ, 28.06.2016). Die Auswahl der neben den lyrischen Stücken abgedruckten Kommentare war eigentlich nicht zur Veröffentlichung, sondern als Hilfestellung für den slowenischen Übersetzer gedacht. Mit diesen Notizen aber, in denen Erb nuanciert und selbstkritisch ihre Poetik reflektiert, Gestik des Vortrags ebenso bedenkt wie Reime, Vokalgebrauch oder Metaphern, öffnet sie sozusagen den Dichtraum unter ihren Texten, so der Rezensent. Der Gedichtkommentar wiederum wird zu einer eigenen spannungsvollen hybriden Kunstform, die diskursive mit ästhetischen Ansprüchen verbindet.

»PERLICKE, PERLACKE, MEIN HERZ SCHLÄGT«, Gedichte, Collagen, Wortzaubereien – all das trifft auf die Texte Ulrike Feibigs zu. Das Spiel mit Lauten und Metren, mit Reimen und Refrainhaftem erweist sich als substantiell für ihre Arbeiten. Schon der Titel beschwört – im zauberwörtlichen Sinne – jenen Bereich herauf, in dem Worte nicht nur Bilder evozieren, sondern ganze Welten, faustische zumal, real werden lassen. (aus dem Klappentext)

REZENSIONEN

Elke Erb: Gedichte und Kommentare. Reihe Neue Lyrik – Band 10. Herausgegeben von Jayne-Ann Igel, Jan Kuhlbrodt und Ralph Lindner, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Poetenladen Verlag 2016. ISBN 978-3-940691-72-9, Euro 16,80.

»Je länger man in diesem Band liest, je häufiger man vor- und zurückblättert, weil sich Querbeziehungen einstellen zwischen Motiven und Metaphern, desto klarer und geheimnisvoller zeigt sich nicht allein diese Dichtung, sondern erst recht die Welt, in der sie sich bewegt, die sie – und in der sie sich selbst – mit nicht nachlassender Hingabe und Aufmerksamkeit beobachtet.« (Heinrich Detering, FAZ)

Ulrike Feibig: perlicke perlacke, mein Herz schlägt. Reihe Neue Lyrik – Band 11. Herausgegeben von Jayne-Ann Igel, Jan Kuhlbrodt und Ralph Lindner. Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Poetenladen Verlag 2016. ISBN 978-3-940691-76-7, Euro 16,80.

»die Debütantin schafft auch etwas, was auf eine immense poetische Begabung hindeutet: Sie kann von ihrer Faszination fürs Material lassen, um sich dem Kontext ihres Tuns zuzuwenden und qua Text Poetologie zu betreiben. Und abseits dieses Changierens von ausgestellter Naivität und poetologischer Reflexion schafft sie sich und der Leserschaft Inseln, und auf diesen Inseln geht es entweder ausgesprochen intim zu oder verspielt […].« (Konstantin Ames, Signaturen-Magazin)

BIOGRAFIEN

ELKE ERB gehört zu den außergewöhnlichsten Dichterinnen hierzulande. Geboren 1938 in Scherbach (Eifel), siedelt sie 1949 nach Halle über. Nach ihrem Lehrerexamen war sie mehrere Jahre als Lektorin im Mittel-deutschen Verlag Halle tätig. Seit 1966 arbeitet sie als freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Elke Erb ist Mitglied der Sächsischen und der Berliner Akademie der Künste und wurde vielfach für ihr Werk aus-gezeichnet, so unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Heinrich-Mann-Preis und dem Erich-Fried-Preis. Elke Erb lebt seit langem in Wuischke bei Hochkirch in der Oberlausitz, und in Berlin.

ULRIKE FEIBIG, 1984 in Magdeburg geboren, studierte Kunstvermittlung an der Universität Leipzig und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut. Neben anderen Tätigkeiten führt sie Projekte in den Bereichen Literatur, bildende Kunst, Tanz und Performance durch. So ist sie im Sprechchor des Schauspielhauses Leipzig tätig, realisierte 2016 zusammen mit Dresdener Künstlerinnen die Performance »Achse Ader Zeh - nicht aufhören zu erzählen« (LINIE 08, HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste Dresden), performte für Tino Sehgal im Albertinum Dresden und für Wagner Moreira im öffentlichen Raum. Aktuell arbeitet sie mit dem Leipziger Kollektiv Pik7 (Martina Hefter, Angelika Waniek) an einer Performance zum Thema Geld. Ihr Debütband »perlicke perlacke, mein Herz schlägt« wurde für den Ulla-Hahnpreis nominiert. Ulrike Feibig lebt in Leipzig

JAYNE-ANN IGEL, 1954 in Leipzig geboren, war nach einer Lehre im Bereich wissenschaftliche Bibliotheken an der Deutschen Bücherei Leipzig und im Buchhandel tätig. Von 1978 bis 1982 studierte sie Theologie, arbeitete bis Ende der 80er Jahre im Gesundheitswesen und ist seit 1988 freischaffende Autorin und Herausgeberin. Sie beteiligte sich in den 80er Jahren an Zeitschriften-Projekten im Samisdat wie »Schaden«, »Ariadnefabrik«, »3.Person« oder »Anschlag« und arbeitete vielfach mit Bildenden Künstlern zusammen. Sie arbeitete von 2009 bis Ende 2015 als Redakteurin an der Literatur- und Kunstzeitschrift »Ostragehege« und ist Mitherausgeberin der Reihe Neue Lyrik des Poetenladen, die 2011 startete. Jayne-Ann Igel lebt in Dresden.

JAN KUHLBRODT, 1966 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte politische Ökonomie an der Universität Leipzig sowie Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt am Main. Von 1997 bis 2001 absolvierte er ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Jan Kuhlbrodt war von 2007 bis 2010 Geschäftsführer der Literaturzeitschrift Edit, Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut. Von 2010 bis 2013 arbeitete er als Redakteur an der Literatur- und Kunstzeitschrift »Ostragehege« und ist seit 2011 Mitherausgeber der Reihe Neue Lyrik. Neue Gedichte und Kommentare von Jan Kuhlbrodt sind in seinem Blog Postkultur zu finden. Jan Kuhlbrodt lebt in Leipzig.

Für Rückfragen: Dr. Manuel Frey, Tel. 0351-8848015