Karl Heinz Bohrer hält die 9. Leipziger Poetikvorlesung am 30. Oktober 2015

Das Deutsche Literaturinstitut der Universität Leipzig und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen setzen das 2007 unter dem Titel „Schreibweisen der Gegenwart – Leipziger Poetikvorlesungen“ begonnene Gemeinschaftsvorhaben in diesem Jahr mit dem Literaturwissenschaftler und Essayisten Karl Heinz Bohrer fort. „Mit den Leipziger Poetikvorlesungen wollen wir ein Zeichen setzen für Leipzig als Messe- und Verlagsstadt und zugleich für die zeitgenössische Literatur in Sachsen werben“, sagt Stiftungsdirektor Ralph Lindner. „Karl Heinz Bohrer ist einer der bedeutendsten Ästhetiker und Literaturtheoretiker der letzten Jahrzehnte“, begründet Michael Lentz, geschäftsführender Direktor des Deutschen Literaturinstituts, die Wahl. Ihren Auftakt hatten die Leipziger Poetikvorlesungen im Jahr 2007 mit Ingo Schulze, 2009 war die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zu Gast in Leipzig, 2012 Herbert Grönemeyer, 2013 Hartmut Lange und im letzten Jahr die Berliner Dramatikerin Dea Loher.

Die öffentliche Vorlesung findet in diesem Jahr am 30. Oktober 2015 um 18.00 Uhr im Festsaal des Alten Leipziger Rathauses statt. Karl Heinz Bohrer wird aus seiner Werkstatt des Schreibens von literaturtheoretischen Essays berichten. Zusätzlich zur Poetikvorlesung wird er am 31. Oktober 2015 um 19.00 Uhr im Deutschen Literaturinstitut aus seinem gerade veröffentlichten Buch „Das Erscheinen des Dionysos“ lesen. Im Anschluss daran wird es ein Gespräch zwischen Josef Haslinger und Karl Heinz Bohrer geben. Zu beiden Veranstaltungen sind alle Literaturinteressierten herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die „Schreibweisen der Gegenwart – Leipziger Poetikvorlesungen“ sind eine Gemeinschaftsveranstaltung des Deutschen Literaturinstituts Leipzig und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Unterstützt werden die Leipziger Poetikvorlesungen vom Kulturamt der Stadt Leipzig.

Die Termine im Überblick

1) Leipziger Poetikvorlesung am 30.10.15, 18.00 Uhr
Altes Rathaus, Markt 1, 04109 Leipzig

Grußworte:
Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
Ulf Großmann, Präsident der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Einführung:
Prof. Dr. Hans-Ulrich Treichel, Deutsches Literaturinstitut Leipzig

Vorlesung:
Prof. Dr. Karl Heinz Bohrer

2) Karl Heinz Bohrer liest und spricht mit Josef Haslinger am 31.10.15, 19.00 Uhr
Deutsches Literaturinstitut Leipzig, Wächterstraße 34, 04107 Leipzig

Kontakt
Deutsches Literaturinstitut Leipzig
Wächterstraße 34
04107 Leipzig
Telefon 0341 97 30 300
dll@uni-leipzig.de
www.deutsches-literaturinstitut.de

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Karl-Liebknecht-Straße 56 01109 Dresden
Telefon 0351 884 8015
kontakt@kdfs.de
www.kdfs.de

Zur Biographie Karl Heinz Bohrer
Karl Heinz Bohrer, 1932 in Köln geboren, war von 1982 bis zu seiner Emeritierung 1997 Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte und Ästhetik an der Universität Bielefeld. Von 1968 bis 1974 arbeitete er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung als verantwortlicher Redakteur des Literaturteils und von 1975 bis 1981 als ihr Korrespondent in London. Von 1984 bis 2011 war er Herausgeber des Merkur. Seit 2011 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Er lebt in London und lehrt seit 2003 als Visiting Professor an der Stanford University. Karl Heinz Bohrer ist einer der bedeutendsten Ästhetiker und Literaturtheoretiker der letzten Jahrzehnte. Im internationalen Maßstab provokativ nach der Signatur der Zeit fragend, gingen von ihm wesentliche Impulse eines ästhetischen Denkens aus.

Stimmen zu Karl Heinz Bohrer
„Karl Heinz Bohrer ist einer der großen Wanderer im geistigen Leben der Bundesrepublik.“ Thomas Steinfeld, 2011, Süddeutsche Zeitung

„Von allen Intellektuellen ist er der verwegenste Abenteurer. […] Karl Heinz Bohrer war immer ein ausgesprochen markanter, hochindividueller Charakter. Er war dies aber nie durch Ich-Sagen, durch einen ausgestellten Biografismus, sondern allein durch seine intellektuelle Verwegenheit. Es ging ihm immer um philosophische, ästhetische, politische Positionen.“ Ijoma Mangold, 2012, Die Zeit

„Dieser Mann […] ist einer, der die Literatur nicht zur Unterhaltung braucht, sondern zum Leben. Intellektuelle seines Schlages sind Geistesritter von der trotzigen Gestalt. Sie glauben an die Rettungskräfte der Literatur, die Sprengstoffe des Denkens. Bohrer ist dabei aber auch einer, der die Kunst nie mit dem bloß Schönen verwechselt hat. Denn das Ästhetische ist bei ihm immer das Unwahrscheinliche, Außergewöhnliche.“ Dirk Pilz, 2012, Frankfurter Rundschau

Weitere Informationen: Dr. Manuel Frey, Tel. 0351/8848015