Hartmut Lange hält die 7. Leipziger Poetikvorlesung am 31. Oktober 2013

Das Deutsche Literaturinstitut der Universität Leipzig und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen setzen das 2007 unter dem Titel „Schreibweisen der Gegenwart – Leipziger Poetikvorlesungen“ begonnene Gemeinschaftsvorhaben in diesem Jahr mit dem Berliner Autor Hartmut Lange fort.

„Hartmut Lange ist ein Meister subtiler Situationen und dialogischer Zwischentöne. In seinen Novellen ist das Verstörende und Unheimliche allgegenwärtig, das Unwahrscheinliche das Wahrscheinliche“, begründet Michael Lentz, amtierender Direktor des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, die Wahl Langes. „Die Leipziger Poetikvorlesungen heben die Bedeutung der Literatur für die Stadt Leipzig und für den Freistaat Sachsen hervor. Als Verlagsstadt, Ort der Leipziger Buchmesse und Lebensmittelpunkt zahlreicher Autoren ist Leipzig ein wichtiges Zentrum der deutschen Gegenwartsliteratur“, ergänzt Stiftungsdirektor Ralph Lindner.

Ihren Auftakt hatten die Leipziger Poetikvorlesungen im Jahr 2007 mit Ingo Schulze, 2009 war die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zu Gast in Leipzig, im letzten Jahr Herbert Grönemeyer. Die Kulturstiftung wirbt mit den Leipziger Poetikvorlesungen für die zeitgenössische Literatur in Sachsen.

Die öffentliche Vorlesung findet am 31. Oktober 2013 um 18.00 Uhr im Festsaal des Alten Leipziger Rathauses statt. Zusätzlich zur Poetikvorlesung wird es am 1. November 2013 um 20.00 Uhr im Deutschen Literaturinstitut eine Lesung mit anschließendem Gespräch zwischen Josef Haslinger und Hartmut Lange geben. Zu beiden Veranstaltungen sind alle Literaturinteressierten herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die „Schreibweisen der Gegenwart - Leipziger Poetikvorlesungen“ sind eine Gemeinschaftsveranstaltung des Deutschen Literaturinstituts Leipzig und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Gefördert werden die Leipziger Poetikvorlesungen vom Kulturamt der Stadt Leipzig. Unterstützt wird die Veranstaltung außerdem von der Leipziger Buchmesse und von Culturtraeger.

Die Termine im Überblick
1) Leipziger Poetikvorlesung am 31.10.13, 18.00 Uhr Altes Rathaus, Markt 1, 04109 Leipzig

Grußworte:
Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
Ulf Großmann, Präsident der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Michael Lentz, Direktor des Deutschen Literaturinstituts Leipzig

Vorlesung:
Hartmut Lange

2) Hartmut Lange liest und spricht mit Josef Haslinger am 1.11.13, 20.00 Uhr,
Deutsches Literaturinstitut Leipzig, Wächterstraße 34, 04107 Leipzig

Kontakt
Deutsches Literaturinstitut Leipzig
Wächterstraße 34
04107 Leipzig
Telefon 0341 97 30 300
dll@uni-leipzig.de
www.deutsches-literaturinstitut.de

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Karl-Liebknecht-Straße 56
01109 Dresden
Telefon 0351 884 8015
kulturstiftung@kss.smwk.sachen.de
www.kdfs.de

Zur Biographie Hartmut Langes
Hartmut Lange, 1937 in Berlin-Spandau geboren, studierte an der Filmhochschule Babelsberg Dramaturgie. 1960 erhielt er eine Anstellung als Dramaturg am Deutschen Theater in Ostberlin. Von einer Reise nach Jugoslawien kehrte er nicht in die DDR zurück. Er ging nach Westberlin, arbeitete für die Schaubühne am Halleschen Ufer, für die Berliner Staatsbühnen und am Schiller- und am Schlosspark-Theater. Hartmut Lange wurde für seine Dramen, Essays und Prosa vielfach mit Preisen ausgezeichnet.

Stimmen zu Hartmut Langes Werk
„Sachlich im Detail, das Unerklärliche konstatierend, entwickelt Hartmut Lange mit nicht nachlassender Verve seine kleineren oder größeren Chroniken wechselnder Verstörungen. Dabei hat es der Berliner Autor inzwischen zu einer Meisterschaft gebracht, wenn es darum geht, den Einzelnen in den Zwängen der Psychopathologie des Alltags zu zeigen.“ Westdeutscher Rundfunk

„Hartmut Lange widmet sich in seinen Texten auf einzigartige Weise der dunklen, gemeinhin unterdrückten Seite unserer Existenz: der Lebenslüge, dem lange verdrängten Geheimnis, der nie gesühnten Schuld und vor allem der eigenen Endlichkeit; kurz, dem, was sich des Nachts in unseren Alpträumen regt und artikuliert. Und Langes Kunst besteht darin, dieses Unterdrückte für uns im hellen Licht des Tages zu inszenieren. Darin erinnert er an Guy de Maupassant oder Edgar Allan Poe. Lange lässt seine Figuren nicht an psychischen Defekten laborieren. Vielmehr diagnostiziert er als Ursache ihrer Störung einen Mangel an Metaphysik. Darum sind seine Bücher in einer Zeit, in der die Seinsfragen auch deshalb so drängend geworden sind, weil sie so lange verdrängt wurden, so unerhört aktuell. Hartmut Lange ist, auch wenn er neben all seinen Novellen und Erzählungen nur einen einzigen wirklichen Roman vorgelegt hat, ein solcher Furchtloser: ein unerschrockener Kämpfer an der Front der Worte, der sich dort immer neu seinen Ängsten stellt.“ Der Spiegel

„Hartmut Lange erzählt in seinen Novellen seit vielen Jahren unbeirrt Geschichten, die in ihrer asketischen Abgründigkeit einander sehr ähneln. Will man diesem eigensinnig monotonen, monochromen Werk ein Ziel oder ein Ideal unterstellen, dann dürfte es die Meisterschaft in der Kunst des Weglassens sein, eine von allem Überflüssigen gereinigte Sprache, die Raum für Unerklärliches lässt, weil sie ohne Erklärungen auskommt.“ Süddeutsche Zeitung

„Ein erzählerisches Gesamtwerk, das sowohl mit seiner sprachlichen Qualität, mit seinen gedanklichen Perspektiven wie auch mit seiner humanen Behutsamkeit in der deutschen Gegenwartsliteratur seinesgleichen sucht. Novelle für Novelle hat sich Lange in eine führende Position der deutschen Literatur geschrieben.“ Die Welt

„Lange ist einer der wenigen Erzähler, die sich der Novelle angenommen haben. Vermutlich entspricht die strengere Form der Novelle mit ihrer dramaturgischen Konstruktion, die auf einen erzählerischen Höhepunkt hinzielt, dem ausgebildeten Dramatiker. Manche seiner Novellen könnte man sich durchaus als theatralisierte Kammerspiele vorstellen - es scheint, als sei die Novelle der Schauplatz eines Dramatikers geworden, dem die Bühne abhanden gekommen ist.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

Weitere Informationen: Dr. Manuel Frey, Tel. 0351/8848015

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