Literaturförderung in Sachsen: Übersetzerstipendium

Für freiberuflich tätige Schriftstellerinnen und Schriftsteller gibt es zahlreiche Förder­möglichkeiten, Preise und Stipendien. Literarische Übersetzer stehen dagegen oft genug im Schatten des Literaturbetriebs, die Honorare für Übersetzungsleistungen sind gering. Dabei verdanken wir unsere Kenntnis der Weltliteratur zumeist der Arbeit der Übersetzer. Zugleich findet die junge deutschsprachige Literatur durch Übersetz­ungen Leser in aller Welt.

Um diese Lücke in der Förderung zu schließen, hat die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen beschlossen, gemeinsam mit ihren beiden Kooperationspart­nern, dem Goethe-Institut e.V. (München) und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. (Hamburg)ein Aufenthaltsstipendium für Übersetzer in Dresden-Hellerau einzurichten. Mit diesem Programm sollen künftig Übersetzer aus aller Welt, vorzugsweise jedoch aus Mittel- und Osteuropa, Gelegenheit erhalten, konzentriert an der Übersetzung eines literari­schen Werks aus dem Deutschen in die Sprache Ihres Heimatlandes zu arbeiten.

Als erste Übersetzerin wird die 1974 in Ramat-Gan (Israel) geborene Tali Konas in Dresden arbeiten. Sie hat bereits Werke deutschsprachiger Autoren ins Hebräische übersetzt, so den Roman „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ von Saša Stanišić und die Tagebücher von Victor Klemperer. In Dresden wird sie an der Übersetzung von Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ arbeiten, eine der wich­tigsten Neuerscheinungen des Jahres 2008. Frau Konas hat ihr Stipendium am 21. September angetreten.

Weitere Informationen: Dr. Manuel Frey, Tel. 0351/8848015

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