Kultur als Chance? Konsequenzen des demografischen Wandels für Sachsen

Internationale Tagung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hygiene-Museum am 14. und 15. Mai 2009 im Deutschen Hygiene-Museum, Marta-Fraenkel-Saal, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden.

Sachsen ist eines der Bundesländer, das von den disparaten Folgen des demografischen Wandels besonders stark betroffen sein wird. Seit 2004 wird hier bereits intensiv über seine Ursachen und Folgen diskutiert: Der Sächsische Landtag setzte eine Enquete-Kommission ein, die Landesregierung beauftragte eine Expertenkommission und veranstaltete 2004 und 2006 zwei »Sächsische Demografiegipfel«. Erst vor wenigen Tagen hat der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich auf dem Zukunftskongress „Sachsen 2020“ die Notwendigkeit hervorgehoben, den dynamischen Prozess des demografischen Wandels auch als Chance zu sehen. Durch dieses anhaltende Engagement hat sich der Freistaat Sachsen zusammen mit Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg an die Spitze der Diskussionen gestellt.

Bis jetzt wurde jedoch der Kulturbereich aus diesen Überlegungen ausgespart. Dabei ist schon heute klar, dass die demografische Entwicklung die Zielgruppen von Kultureinrichtungen verändern und ihre heutige Dichte in Frage stellen wird. Insgesamt betrachtet wird das Publikum kleiner und individueller werden und die Bildungsvielfalt wird zunehmen. Es wird weniger junge und berufstätige Menschen geben, die für Kulturveranstaltungen gewonnen werden können, aber deutlich mehr Senioren. Gleichwohl genügen diese Trends als Diskussionsgrundlage nicht, denn trotz insgesamt geringerer Nachfrage wird der besondere Bildungs- und Kulturbedarf zum Beispiel bei der Ausbildung von Jugendlichen, bei der Integration von Migranten und im Kulturtourismus ansteigen.

Konkrete Handlungsansätze für die kulturpolitischen Folgen des demografischen Wandels wurden bislang noch kaum vorgestellt oder im internationalen Vergleich diskutiert. Im Zentrum der Tagung Kultur als Chance stehen deshalb einerseits das Beispiel des Freistaats Sachsen, für den die Kultur eine besondere wirtschaftliche und politische Rolle spielt, und andererseits der überregionale und internationale Vergleich. Beiträge herausragender Experten werden die regionale Spezifik verdeutlichen, und das Lernen von den Erfahrungen in anderen Regionen ermöglichen.

Neben dem Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, der den Eröffnungsvortrag halten wird, erwarten das Deutsche Hygiene-Museum und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen u.a. folgende Referenten: Kurt Biedenkopf (Ministerpräsident a.D.), Heinz Bude (Soziologe an der Universität Kassel), Christoph Grunenberg (Direktor der Tate Liverpool), Dieter Haselbach (Geschäftsführer des Zentrums für Kulturforschung, Bonn), Pius Knüsel (Direktor der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia), Karl Ulrich Meyer (Soziologe an der Yale Universtity) und Ingrid Mössinger (Generaldirektorin der Kunstsammlung Chemnitz).

Öffentlicher Abendvortrag zum Auftakt der Tagung 14. Mai 2009, Donnerstag, 19 Uhr

DIE LERNFÄHIGKEIT VON GESELLSCHAFTEN AM BEISPIEL DES DEMOGRAFISCHEN WANDELS

Öffentliches Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Heinz Bude, Universität Kassel und Hamburger Institut für Sozialforschung, und Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen a. D., Dresden Moderation: Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg, Institut für Soziologie, Technische Universität Dresden

Eintritt frei

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