„Über die Grenzen geschaut“ - Filmförderung durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Gut 75.000 Euro und damit über 20 % des Jahresbudgets in Höhe von 340.000 Euro konnten im Jahr 2006 durch die Kulturstiftung zur Förderung von neun internationalen Filmreihen und –festivals eingesetzt werden. Beim Leipziger Dokfilmfestival oder dem Dresdner Filmfest erwartet der Besucher ganz selbstverständlich internationale Filme und Gäste. Erfreulicherweise zeigt sich diese Weltoffenheit und Neugier auf unsere Nachbarn zunehmend auch bei jüngeren und jüngsten Filmforen, wie dem Dreiland Filmfestival in Görlitz, dem Leipziger Filmprojekt „Über die Grenzen geschaut“ und dem Neisse Filmfestival, das grenzüberschreitend in Großhennersdorf/Zittau, Liberec und Zgorzelec stattfand.

Insgesamt bewarben sich im letzten Jahr 72 Projektträger mit einem Antragsvolumen von 1,24 Mio. Euro um eine Förderung durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Nach der Diskussion und Beurteilung der Vorhaben im Fachbeirat Film und der anschließenden Entscheidung durch den Vorstand der Stiftung wurden 28 Projekte mit insgesamt 340.000 Euro gefördert. Den Mitgliedern des Filmbeirats sei an dieser Stelle für die geleistete Arbeit der letzten zwei Jahre ganz herzlich gedankt. Immerhin werden im ehrenamtlichen Fachbeirat pro Jahr rund 100 Projekt- und Stipendienanträge gründlich geprüft und in drei Sitzungen diskutiert. Beim Vergleich der geförderten mit den abgelehnten Vorhaben zeigt sich, das vor allem diejenigen Projekte größere Förderchancen haben, die solide kalkuliert und ausgewogen finanziert werden, die inhaltlich und/oder formal Neues bieten, sowie sowohl regional als auch außerhalb Sachsens Aufmerksamkeit finden.

Der Großteil des Jahresbudgets 2006 der Kulturstiftung im Bereich Film wurde für die Produktion von dreizehn Kurz- bzw. Dokumentarfilmen eingesetzt, die zunehmend in grenzübergreifenden Kooperationen realisiert werden. Zu nennen sind hier Bärbel Haages Animationsfilm „Ziegen zuerst“, den ein deutsch-tschechisches Team gestaltete oder Martina Wolfs Kurzfilm „Krugli Dom“, den die Künstlerin in Moskau drehte. Mit Spannung erwarten kann man den Film „Memory Hotel“ von Heinrich Sabl, ein visuell außergewöhnliches Animations-Epos über die Kraft der Sehnsucht, der auch außerhalb Deutschlands für Aufmerksamkeit sorgen wird.

Über 20.000 Euro konnten schließlich für mehrere Drehbuchprojekte und ein Forschungsvorhaben zur sächsischen DEFA-Produktion eingesetzt werden. Eine erfreuliche Entwicklung ist im Bereich der Filmstipendien zu verzeichnen. So bewarben sich 2006 siebzehn Drehbuchautoren und Filmmacher für ein Stipendium. Schließlich konnten alle sechs Stipendienplätze zu je drei Monaten vergeben werden. Die Medienstadt Leipzig wird von drei jüngeren Drehbuchautoren Andreas Goldstein, Mark Michel und Kanwal Sethi vertreten. Das filmische Potential Südwestsachsens belegen Beate Kunath aus Chemnitz und Sebastian Bleyl aus Scheibenberg. Der erfahrene Filmemacher Norbert Göller aus Dresden schließlich erhält ein Stipendium, um sein Filmprojekt „Stalins Bombe“ vorzubereiten und zu entwickeln. Auch im Jahr 2008 können wieder sechs Stipendien zu je drei Monaten für filmische Einzelprojekte (Erstellung eines Drehbuches oder Entwicklung eines Filmvorhabens) vergeben werden. Bewerbungsfrist hierfür ist der 1. Juli 2007.

Noch bis 1. März besteht die Möglichkeit filmische Projekte zu beantragen, die in der zweiten Jahreshälfte 2007 realisiert werden sollen. Aufgrund des begrenzten Umsetzungszeitraums von sechs Monaten sollte es sich dabei vor allem um Filmreihen und -feste, Konzept- und Drehbuchentwicklungen sowie kleinere Filmproduktionen (Kurz- bzw. Dokumentarfilme) handeln.